Skulptur von der Attika der Orangerie als Büste umgesetzt

Präzisionsscan der Flora

In Zusammenarbeit mit 3D-SHAPE und dem Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaft wird eine Büste der Flora hergestellt, die den Frühling im Reigen der Jahreszeiten von Elias Räntz auf der Orangerie darstellt. 3D-SHAPE hat die Skulptur dreidimensional eingescannt und in ein virtuelles Modell umgesetzt. Der Lehrstuhl für Konstruktionstechnik bearbeitete anschließend die Datenbasis und die EOS-GmbH stellt mit einem Laserverfahren die Büste her.

Auch der Denkmalschutz profitiert bei wertvollen Skulpturen und empfindlichen Kunstgegenständen von der optischen 3D-Messtechnik, die normalerweise in medizinischen und industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt: Berührungslos und formgenau kann höchstpräzise Maß genommen werden. Die 3D-SHAPE GmbH kann auf ihre Erfahrungen bei einer Engelsfigur im Bamberger Dom oder dem Leipziger Jüngling aus millimeterdünnem Silberblech zurückgreifen.

Um den Kopf der steinernen Flora aus der Orangerie scannen zu können, musste die gewichtige Dame aus Stein mit der ausladenden Figur erst einmal ins Erlanger IZMP transportiert werden. In einem weiträumigen Aufbau zeigte sie dann auf einem Drehteller ihre Profile. Der FaceSCAN3D-Sensor machte die Form des Objektes durch Streifenprojektion für die Kameras messbar. Auf Augenhöhe mit der Flora verrichtete sie ihre Arbeit. Insgesamt waren zahlreiche Einzelansichten erforderlich, um den steinernen Kopf in all seinen Details dreidimensional festzuhalten.

Nach dem so genannten "Matchen", der Verknüpfung der Einzelansichten mit Hilfe der Software SLIM3D zur plastischen Gesamtdarstellung, wurde das virtuelle Modell übergeben. Der Lehrstuhl für Konstruktionstechnik bearbeitete das 3D-Modell und plante mit der EOS-GmbH die Flora-Büste nach einem innovativen Fertigungsverfahren: Die Figur wird mit Lasertechnik aus einem Polyamid-Quader (Alumid = Metallgemisch aus Aluminium und Kunststoff) heraus gebrannt.