Geschichte der Orangerie

Die Orangerie des Erlanger Schlosses wurde 1705/1706 durch den Architekten Gottfried von Gedeler auf Wunsch der Markgräfin Elisabeth Sophie erbaut. Immer Sommer wurde das Orangerie-Gebäude oftmals als Festsaal des Fürsten genutzt, im Winter als Gewächshaus für besondere, exotische Früchte.

Ab 1755 wurde die Orangerie zu Wohnräumen umgebaut und Fenstertüren wurden zu Fenstern hochgemauert. Seit etwa 1817 ist die Orangerie im Besitz der Universität und wurde für Nutzungen unterschiedlichster Art immer wieder baulich angepasst. Zurzeit beherbergt der Ostflügel das Institut für Kunstgeschichte; der Westflügel ist seit 100 Jahren der Sitz des Institutes für Kirchenmusik.

Beispiele Barocker Gartenarchitektur

Die Erlanger Orangerie gilt als eines der bedeutendsten Beispiele barocker Gartenarchitektur in Deutschland. Der Grundriss besteht aus dem rechteckigen Wassersaal flankiert von zwei bogenförmigen Flügeln. Charakteristisch sind das Mansardendach und die umlaufende Attika mit Sandsteinfiguren. Der Figurenschmuck - Frauen, die die Jahreszeiten darstellen - wird Elias Räntz zugeschrieben.
Der zentral gelegene Wassersaal ist ein Prachtsaal mit Spiegelgewölbe und stuckumrahmten Fresken. Ehemals wurde er für fürstliche Wasserspiele benutzt. Heute steht der Wassersaal mit angrenzendem Foyer als Veranstaltungsort für Konzertveranstaltungen, Vorträge, Stehempfänge, das Schlossgartenfest etc. zur Verfügung.

Der bauliche Zustand

Die Bausubstanz der Orangerie weist seit geraumer Zeit eine Reihe gravierender Schäden auf. Neben erheblichen Verformungen der Außenwände treten Vertikalrisse an den Fassaden, an Innenraumflächen sowie Putz- und Anstrichschäden auf. Erheblich sind die witterungsbedingten, zum Teil großflächigen Absprengungen von Steinelementen. Der bauliche Zustand der Orangerie-Fassade hatte sich im letzten Winter so dramatisch verschlechtert, dass gegen herab fallende Gesteinsbrocken Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden mussten. Zusätzlich wurden an besonders gefährdeten Bereichen Schutzgerüste aufgestellt; einige der Figuren auf dem Sims mussten eingelagert werden.